{"id":11551,"date":"2024-07-03T23:50:06","date_gmt":"2024-07-03T21:50:06","guid":{"rendered":"https:\/\/lonews.de\/?p=11551"},"modified":"2024-09-11T13:29:05","modified_gmt":"2024-09-11T11:29:05","slug":"acht-jahre-loburg-was-dann-gedanken-eines-abiturienten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lonews.de\/index.php\/2024\/07\/03\/acht-jahre-loburg-was-dann-gedanken-eines-abiturienten\/","title":{"rendered":"Acht Jahre Loburg, was dann?- Gedanken eines Abiturienten"},"content":{"rendered":"\n<p>Da ist er jetzt, der Tag, auf den man zw\u00f6lf Jahre lang hingearbeitet hat: Der letzte Schultag. Konfetti, Geschrei, laute Musik, auf und ab h\u00fcpfende Q2- Sch\u00fcler: eine Stufe, die sich feiert, sich und das Ende ihrer Schullaufbahn. Morgens das Fr\u00fchst\u00fcck mit den Lehrern, dann Randale auf der Allee, dann die Videos in der Aula, zwischendurch immer wieder ein \u201eUnd wir singen: Abi, Abi, Abi, Abitur, Abitur, Abituuuuur!\u201c. Das ganze Programm halt, was die Abiturienten eben jedes Jahr abziehen. Nur dass man jetzt Teil von alldem ist. Irgendwie schwer vorstellbar. Und dann ist dieser Tag auch schon vorbei, schneller, als man \u00fcberhaupt realisieren kann, was das alles \u00fcberhaupt bedeutet: Es ist aus, aus und vorbei, und zwar jetzt aber wirklich.<\/p>\n\n\n\n<p>Bewusst war es einem ja schon irgendwie immer. Schon seit dem Beginn der Q2 hat man es gewusst: Das ist jetzt unser letztes Jahr, der Countdown l\u00e4uft. Die letzten Herbstferien, die letzten Winterferien, unser letztes Halbjahr hier an der Loburg. Und sp\u00e4testens ab dem Zeitpunkt, als die Lehrer verkleidet mit dem tropisch anmutenden Kost\u00fcm und der Uhr herumgelaufen sind, musste es doch eigentlich jedem klar sein: Der Countdown l\u00e4uft, und zwar jetzt aber wirklich. Und wenn selbst das noch nicht reicht, um einem wirklich klarzumachen, dass die Zeit an der Loburg f\u00fcr uns nun vorbei ist, dann sollte es ja wenigstens seit dem Beginn der Mottowoche echt f\u00fcr jeden deutlich sein. Unsere letzte Stunde hat nun geschlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und gleichzeitig ist es einem \u00fcberhaupt nicht bewusst. Klar, das war es jetzt, das war unser letzter Schultag. Aber wir kommen ja doch nochmal zur\u00fcck, die Intensivwoche haben wir ja noch. Zwar kann man das auch nicht mehr als normale Schulwoche bezeichnen, aber wir kommen eben doch nach den Ferien noch einmal zur\u00fcck. Noch ein letztes Mal bekommt man wenigstens in Ans\u00e4tzen das Gef\u00fchl, mit all den anderen zusammen im Unterricht zu sitzen, wenigstens in den LKs sind ja sogar noch alle da. Noch ein letztes Mal bekommt man vielleicht wenigstens in Ans\u00e4tzen das Gef\u00fchl, mit all den anderen in der Pause zu stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Da ist sie, diese leise Hoffnung, dass es eben doch noch nicht vorbei ist, dass es nicht von allem das Ende ist. Und gleichzeitig wei\u00df ich, dass das nicht stimmt. Es ist eben doch vorbei.<\/p>\n\n\n\n<p>Zw\u00f6lf Jahre Schule, acht Jahre davon an der Loburg. Acht Jahre, in denen man hier an der Loburg unz\u00e4hlige gemeinsame Erinnerungen gemacht hat. Zun\u00e4chst mit seiner Klasse und dann mit denen, mit denen man Latein oder Franz\u00f6sisch, oder auch Krea oder NaWi oder Informatik hatte und dann, nach der zehnten, schlie\u00dflich immer mehr gemeinsam als Stufe. Wie oft hat man sein Fahrrad am Fahrradst\u00e4nder abgestellt? Wie oft hat man in der Pause verstecken oder Fu\u00dfball gespielt, oder sich im Foyer \u00fcber das Wochenende ausgetauscht? Wie oft hat man sich die Treppen ganz nach oben in den Turmbau hochgek\u00e4mpft? Wie oft hat man seine Lehrer begr\u00fc\u00dft, sei es in der f\u00fcnften noch motiviert und im Stehen oder, wie ab der Oberstufe, eher weniger motiviert und im Sitzen? Wie oft haben unsere Lehrer die unz\u00e4hligen Entschuldigungszettel zu Beginn der Stunden unterschrieben und wie viel \u00f6fter wohl haben sie noch irgendjemanden ermahnt, der eben jenen Zettel mal wieder nicht dabei hatte? Wie oft hat man sich \u00fcber die Spr\u00fcche der Klassenclowns&nbsp; am\u00fcsiert? Wie oft ist man gemeinsam im Schloss essen gegangen (oder, seit der EF, auch zum Penny oder zum Loburger Grill), und wie oft hat man in der achten und neunten Stunde gewartet, dass der Zeiger der Uhr vorne an der Wand auf viertel nach drei springt? Wie oft hat man Klausuren geschrieben, f\u00fcr die man lernen musste (wobei das nat\u00fcrlich bei jeder Person unterschiedlich lange ausgefallen ist) , wie oft musste man irgendwelche Referate halten?<\/p>\n\n\n\n<p>Acht Jahre lang war dies f\u00fcr uns Schulalltag, mit all diesen kleinen Dingen, die zu diesem eben dazugeh\u00f6rten; manche, die einem den Tag ein kleines bisschen vers\u00fc\u00dfen, andere, auf die man auch verzichten kann: etwas ganz normales eben. Ganz normal bis jetzt. Bis jetzt, wo man wei\u00df, dass man all diese allt\u00e4glichen Dinge nun nicht mehr erleben darf.<\/p>\n\n\n\n<p>Und so ist unsere Zeit an der dieser besonderen Schule mit dem h\u00fcbschen Schl\u00f6sschen, die wir alle einmal vor acht Jahren am Tag der offenen T\u00fcr besichtigt haben, nun vorbei. Ging ganz sch\u00f6n schnell, so r\u00fcckblickend, oder? Und das, obwohl man sich an jenem Tag der offenen T\u00fcr noch dachte, dass es noch ewig dauern w\u00fcrde, bis man einmal selbst Abiturient sein w\u00fcrde\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Und so endet f\u00fcr uns alle ein Lebensabschnitt, ein besonders pr\u00e4gender obendrein. Und trotz dem Konfetti, der lauten Musik und Partystimmung bleibt ein komisches Gef\u00fchl im Bauch. Acht Jahre lang sind wir in dem gesch\u00fctzten Raum Schule gro\u00df geworden, acht Jahre lang ist jedes Schuljahr \u00e4hnlich abgelaufen, und in kleinen Schritten hat sich von Jahr zu Jahr etwas ver\u00e4ndert. Und auch wenn mal etwas gr\u00f6\u00dfere Schritte dazwischen waren, wie der von der Unterstufe in die Oberstufe, so wurden wir doch sicher durch diese Zeit geleitet. Und nun, nun soll alles anders werden. Ob man das schafft? Ob man den richtigen Weg einschl\u00e4gt, bei all den M\u00f6glichkeiten, die man nun hat? Und all das, was man nun hinter sich lassen muss:<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Abschied von der Schulzeit zu nehmen, f\u00e4llt mir schwerer als gedacht, muss ich gestehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und doch stimmt es noch nicht ganz. Noch ist nicht alles vorbei: Erst jetzt, zwei Monate sp\u00e4ter, nachdem wir unsere Zeugnisse bei der feierlichen Zeremonie in der Aula einer von Frau Stiglic \u00fcberreicht bekommen haben, sind wir auch offiziell keine Sch\u00fcler der Loburg mehr. Und nachdem wir es am Tag danach noch einmal so richtig krachen lassen haben, erst dann kann man sagen, dass es wirklich vorbei ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Und nun f\u00e4llt es auch mir leichter, Abschied zu nehmen. In den zwei Monaten, die zwischen dem letzten Schultag und dem Abiball lagen, hatte man Zeit, sich darauf vorzubereiten, Zeit, noch einmal intensiv, ganz f\u00fcr sich, Abschied zu nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Abiball bleibt also kein komisches Gef\u00fchl im Bauch. Nat\u00fcrlich ist da auch immer noch ein bisschen Wehmut, aber auch Dankbarkeit, daf\u00fcr, dass wir diese acht Jahre an der Loburg gemeinsam verbringen durften. Und auch Vorfreude, darauf, was jetzt kommen mag. Der Abschied von der Loburg bedeutet eben auch, dass ein neues Kapitel beginnt, eines, dass man sogar noch ein wenig freier gestalten kann. Und so werden sich im Leben noch viele Kapitel schlie\u00dfen und neu beginnen, und ich bin mir sicher, dass man auf jedes mit einem l\u00e4chelnden und weinenden Augen zur\u00fcckblicken wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Und jetzt, wo ich am Tag nach dem Abiball auf meinem Bett sitze und die Abizeitung durchbl\u00e4ttere, denke ich mir, dass auch das Kapitel Loburg noch nicht ganz vorbei ist, dass man sich darauf freuen kann, die anderen bestimmt irgendwann beim Ehemaligentreffen wiederzusehen. Und dann wird man sehen, wie jeder seinen Weg nach der Schule gegangen ist, und man wird noch einmal die alten Zeiten wiederbeleben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da ist er jetzt, der Tag, auf den man zw\u00f6lf Jahre lang hingearbeitet hat: Der letzte Schultag. 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