Mit Worten begeistern – Poetry-Slam-Wettbewerb der EF
Am 26.06.2026 fuhren elf Schülerinnen und Schüler der EF besonders aufgeregt zur Schule: in den ersten beiden Stunden stand der Poetry-Slam-Wettbewerb der Jahrgangsstufe an. In den Wochen zuvor hatten sich die Deutschkurse mit dieser besonderen Form des kreativen Schreibens beschäftigt. Anschließend wurden die Schülerinnen und Schüler selbst kreativ und verfassten Texte zu frei gewählten Themen. Ein kleiner Wettbewerb innerhalb des Kurses entschied jeweils die drei besten Beiträge, die letztendlich gegeneinander in der Kirche antraten.
Beim Poetry Slam sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Die Verfassenden entscheiden selbst, wie sie ihren Text gestalten möchten. So unterscheiden sich die Beiträge nicht nur in Länge und Stil, sondern auch in ihrer Wirkung auf das Publikum. Denn ein Poetry Slam besteht nicht nur aus dem zuvor geschriebenen Text: Erst durch den Vortrag des Textes kann mit Stimme, Betonung, Mimik und Gestik eine besondere Wirkung entstehen.
Das zeigte sich auch bei den elf vorgetragenen Texten der Fall: eine Vielfalt ganz persönlicher Themen berührte das Publikum. So sehr, dass eine Entscheidung kaum möglich war. Üblicherweise sollte die Lautstärke des Applauses den Sieger küren. Das dafür vorgesehene Messgerät machte jedoch klar, dass alle Beiträge gleich beeindruckend waren. Den Buchpreis teilen sich nun die Finalistinnen und Finalisten.
Eine der elf Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Sandra Schmidt aus der EFb, verfasst auch gerne in ihrer Freizeit Poetry Slams und die LoNews durfte ihr ein paar Fragen stellen!
Wie hast du Poetry Slams entdeckt?
Sandra: Ich habe im Sommer 2024 beim Mental Health Day in der neunten Klasse bei einem Workshop zu diesem Thema mitgemacht! Ich hatte schon vorher etwas davon gehört, aber noch nie aktiv einen geschrieben. Das Schreiben hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich bis heute nicht damit aufgehört habe!
Was fasziniert dich an Poetry Slams? Warum genau diese Ausdrucksform?
Sandra: Es gibt so wenig Grenzen und dadurch hat man so viele Freiheiten. Ich kann mich ganz kreativ und frei ausdrücken und manchmal nehmen meine Texte auch ein bisschen Theatralik an, was gut zu mir passt, weil ich die Schauspielerei liebe! Die freie Wahl des Themas gefällt mir auch total. Dann kann ich einfach das schreiben, was mich beschäftigt ohne Vorgaben.
Apropos: Woher nimmst du die Inspiration für deine Texte?
Sandra: Ich nehme mir nie vor, einen Poetry Slam zu verfassen. Es passiert immer ganz zufällig, dass mich ein Thema zum Beispiel auf Social Media anspringt und ich habe den Drang, meine Gedanken darüber aufzuschreiben. Meistens brauche ich dann so eine halbe Stunde oder weniger und mein Text ist fertig.
Mit welchen Themen beschäftigst du dich?
Sandra: Das ist so unterschiedlich! Mittlerweile habe ich so viele Texte, die sich aber alle unterscheiden. Mal ist es etwas total gesellschaftskritisches wie zum Beispiel mein Poetry Slam, den ich vor der Stufe vorgestellt habe, in dem ich Hass im Internet kritisiere. Dann schreibe ich über etwas ganz Persönliches, was mich tief im Innern beschäftigt und schnell sehr emotional werden kann. Oder etwas lustiges. Ich habe mich da nie auf etwas bestimmtes festgelegt.
Hast du Vorbilder in der Poetry-Slam Szene?
Sandra: Tatsächlich habe ich mich noch nie mit der Szene auseinandergesetzt. Ich schreibe meine Texte und stelle sie auch häufig meinen Freunden vor, aber ich bin nicht Fan eines bestimmten Slammers oder so.
Was würdest du jemandem raten, der zum ersten Mal ein Poetry Slam schreiben möchte?
Sandra: Mach einfach, was sich richtig anfühlt. Schreibe aus dem Herzen heraus und nicht, weil du unbedingt einen Text verfassen willst. Schreibe für dich selbst und nicht für andere!
Hast du vorher schon an so einem Wettbewerb teilgenommen? Wie war das für dich?
Sandra: Nein, aber ich habe mich gefreut endlich mal auch den Aspekt des Vortragens auszuprobieren! Auch wenn ich sehr aufgeregt war, war ich froh eine für mich wichtige Botschaft teilen zu können und Menschen damit vielleicht zu erreichen.
Vielen Dank für das Interview Sandra!

