# Kommentar aus der 8c (1): Ein Austausch in ein englischsprachiges Land – sinnvoll?

Liebe Schülerinnen und Schüler der Loburg,

da an unserer Schule im Moment viel über Austausche in ein englischsprachiges Land diskutiert wird, wollen wir euch im Folgenden unsere Argumente dagegen und dafür darlegen.

Als Erstes möchten wir euch unsere Argumente gegen einen Austausch vorstellen.

Ein wichtiger Grund gegen einen Austausch ist, dass dieser oft ziemlich hohe Kosten fordert. Besonders ein Aufenthalt in den USA kann durch Flug, Schule und vieles mehr sehr viele Unkosten verursachen. Außerdem benötigen die Schüler oft viele neue Artikel für die Schule, wie zum Beispiel Arbeitshefte oder Extramaterial zur Hilfe wegen der Fremdsprache, da es sich für viele Austauschschüler oft als schwierig erweist, dem Unterricht in diesem Fall in Englisch zu folgen.

Bedenken muss man auch, dass es häufig zu starkem Heimweh unter den Austauschschülern kam, bei manchen führte dies sogar zum Abbruch des Auslandsaufenthalts. Das Heimweh wird unterstützt, wenn sich die Schüler in ihren Gastfamilien nicht wohlfühlen, oder wenn sich die Familie nicht genug um den Gast kümmert. Außerdem kommt es vor, dass die Jugendlichen in der Schule keinen Anschluss finden, unter anderem wegen der fremden Sprache, aber auch weil sich in Klassen meistens Cliquen bilden, die unter sich bleiben.

Besonders wichtig finde ich, dass der Kontakt zu Freunden durch diese monatelange Trennung abbricht oder dass man sich in der eigenen Clique nicht mehr wohlfühlt, da diese der Zeit, die man nicht mitbekommen hat, Dinge erlebt haben, von denen man nichts weiß. So kann man nicht mehr so mitreden und mitlachen wie vorher, und fühlt sich daher ausgeschlossen und allein gelassen.

Natürlich ist einzuwenden, dass die Fremdsprache durch den besagten Austausch verbessert werden kann, aber man kann auch in Deutschland sehr gut Erfahrungen mit anderen Sprachen machen, man kann tolle Sprachkurse belegen, die sehr großen Spaß machen und die Sprachkenntnisse enorm fordern. Außerdem beanspruchen solche Kurse oder Ähnliches kaum Zeit, zusätzlich bedarf es nur wenig Organisation und Planung, da man oft nicht weit gehen oder fahren muss.

Nun kommen wir zu den Argumenten, die für einen Austausch sprechen.

Als erstes möchte ich ansprechen, dass man seine Fremdsprachen-kenntnisse während eines Austauschjahres erheblich verbessern kann. Im alltäglichen Umgang kann es zwar am Anfang noch ein paar Schwierigkeiten geben, aber nach ein paar Wochen entwickelt man einen fließenden Sprachgebrauch. Wenn man sich beispielsweise nach der Rückkehr weiterhin mit dieser Sprache beschäftigt, indem man den Kontakt zu der Gastfamilie oder zu den Freunden pflegt, verliert man seine neu erworbenen sprachlichen Kompetenzen auch nicht so schnell wieder.

Ein weiterer Grund für ein Austauschjahr ist, dass sich ein/e Austauschschüler/in vielen Herausforderungen stellen muss und so über sich hinaus wächst. Man lernt dadurch mit Schwierigkeiten umzugehen und Probleme selbstständig zu lösen. Durch eine ständige Konfrontation mit, zumindest am Anfang, Fremden kann man ein sehr gutes Selbstbewusstsein entwickeln. Diese neu gewonnene Lebenserfahrung kann man dem Schüler oder der Schülerin nicht mehr nehmen. Ein Schüler, der schon einmal ein Austauschjahr gemacht hat, schrieb auf einer Internetplattform, dass er durch diese Erfahrung viel selbstbewusster geworden ist und dass es ihm dadurch zum Beispiel auch leichter fällt vor vielen Menschen zu sprechen.

Besonders wichtig ist, dass Auslandserfahrungen im Lebenslauf von Jugendlichen möglicherweise die beruflichen Chancen erhöhen. Nicht nur, dass die Fremdsprachkenntnisse und die interkulturelle Kompetenz auf den heutigen internationalen Märkten besonders gefragt sind, auch die im Schüleraustausch erworbenen Kompetenzen sind wesentliche berufliche Qualifikationen. Es gibt beispielsweise viele Jugendliche die ihren Traumberuf wegen mangelnden Fremdsprachkenntnissen oder zu wenig Selbstbewusstsein und Allgemeinwissen nicht ausüben können.

Es ist zwar möglich, dass man durch ein Austauschjahr seine Freunde und Familie nicht sehen kann und dadurch den Kontakt verliert. Aber man findet in dem Land, in dem man ist, auch neue Kontakte zum Beispiel die Gastfamilie oder Jugendliche, mit denen man dort zur Schule geht. Wenn man wieder nach Hause kommt, kann man seine Freunde und Familie außerdem wiedersehen und so lang ist ein Jahr nicht.

Man kann zwar einwenden, dass man zum Beispiel Heimweh hat oder sich dort einfach nicht wohlfühlt, aber wenn man erst einmal ein paar Wochen dort ist, gewöhnt man sich schnell an die neue Umgebung und an die neuen Menschen. Außerdem hat man wegen der vielen neuen Eindrücke und Erfahrungen überhaupt nicht so viel Zeit ständig an die Familie oder die Freunde zu denken. Die meisten Jugendlichen sagen nach einem Jahr im Ausland, dass die Zeit viel zu schnell vergangen ist und sie gerne noch länger geblieben wäre.

Zusammenfassend können wir festhalten, dass es einige Gründe gibt, die zum Nachdenken bezüglich eines Schüleraustausches anregen. Sicher gibt es Schüler, für die ein Auslandsaufenthalt optimal ist, aber auch viele, welche sich nach dem Austausch von ihren Freunden ausgegrenzt fühlen oder Heimweh haben und eventuell sogar abbrechen müssen. Ein Kompromissvorschlag unsererseits wäre, an einem Austauschprogramm von geringer Dauer, zum Beispiel acht Wochen, teilzunehmen. Solche Austausche werden an vielen Schulen angeboten. Da der Aufenthalt nur von kurzer Dauer ist, ist man nicht so lang von Familie und Freunden getrennt und kann trotzdem seine Sprachkenntnisse fördern Wir hoffen, dass wir einigen mit diesem Leserbrief helfen konnten, und freuen uns über Rückmeldung.

Liebe Grüße

Amelie Beermann und Clara Bisping, 8c

 

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