Immer wieder hören wir in den Nachrichten von Tragödien. Morde, Terroranschläge, Amkofahrten und noch viel mehr. Die Opfer sind hilflos, können nichts dagegen unternehmen. Wo ist das fair? Niemand hat es verdient, Opfer von einem der oben genannten Dinge zu werden, denn egal was der oder diejenige getan hat, jeder hat eine zweite Chance verdient. Kaum jemand kann sich in die Situation hineinversetzen, es scheint viel zu weit weg.

Aber ist Mobbing, Beleidigung und Co. nicht genauso verletzend? Ist es nicht unglaublich unfair, wenn man hinter seinem Rücken fiese Kommentare hört? Ist es fair, wenn man Leute beleidigt, die gar nichts dafür können, dass sie nicht „normal“ sind? Aber wenn man sich solche Fragen stellt, muss man sich dann nicht auch Fragen, was normal bedeutet? Gibt es das? Normal? Und wenn ja, was sind dann die Bewertungskriterien, wer bestimmt, ob das normal ist? Ist es normal, dass Mädchen Reiten und Jungen Fußballspielen? Nicht wirklich, warum auch? Ist nicht jeder gut so, wie er ist? Und ist nicht jeder gerade deshalb etwas ganz besonderes? Und ist es nicht gerade deshalb total unfair, wenn jemand Opfer einer Tragödie ist, egal ob diese Mobbing oder sonst wie heißt?!

Wenn man andere darauf anspricht, meinen sie natürlich genau dasselbe, aber hinter dem Rücken heißt es dann trotzdem wieder, „wie behindert“. Obwohl diejenigen, die wirklich eine Behinderung haben, doch gar nichts dafür können. Doch das ist den meisten egal. Aber was wäre, wenn wir selber eine Behinderung hätten? Würden wir das Wort dann auch als Schimpfwort benutzen? Wohl kaum.

Das ist alles ziemlich unfair, aber was ist schon fair? Sind die oben genannten Dinge fair? Jeder definiert fair anders? Und fair zu jedem sein, also jeden so zu nehmen wie er oder sie ist, ist nur eine Definition von vielen. Natürlich soll jeder das selber definieren, aber man sollte trotzdem darüber nachdenken, ob es gerecht und fair für die anderen ist.

Ein Kommentar von Hanna Everwin