Anlässlich ihres 90. Geburtstages am 12. Juni ist es Zeit einmal auf das Leben von Anne Frank zurückzublicken und und der Frage nachzugehen, warum dieses (und vor allem ihr Tagebuch) heute immer noch wichtig ist.

Zur Geschichte: 1933 wurde Adolf Hitler zunächst Reichskanzler, wenig später (1934) wurde er zugleich auch Reichspräsident und somit Diktator von Deutschland. Mit Hitlers Eintritt in die Politik begann der Terror, vor allem gegenüber den Juden. Ab 1933 wurden die Juden entrechtet, 1935 erließen die Nationalsozialisten die Nürnberger Gesetze und 1938 folgten die Novemberpogrome. Mit dem Überfall auf Polen am 1.9.1939 löste Hitler den Zweiten Weltkrieg aus, der erst 1945 mit einer Niederlage für die Deutschen endete. Während des gesamten Weltkrieges verübten Hitler und die Nationalsozialisten unzählige Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Massenmorde. So wurden dabei mindestens 190.000 geistig und körperlich behinderte Menschen getötet. Während des Holocausts flohen viele Juden in Nachbarländer, z.B. in die Niederlande wie die Familie Frank. Während dieser Zeit wurden bis zu 6,3 Millionen Juden ermordet.

Das Tagebuch/ ihr Leben: Annelies (genannt Anne) Marie Frank wurde am 12.6.1929 in Frankfurt am Main geboren. Bis zu ihrem 4. Lebensjahr wohnte sie mit ihren Eltern, Edith Frank- Holländer und Otto Frank und ihrer Schwester Margot auch dort. Dann zog die Familie schließlich nach Holland, wo Anne und Margot auch zur Schule gingen. Zu ihrem Geburtstag 1942 bekam Anne ihr Tagebuch, welches sie „Kitty“ nannte. Das Tagebuch führte sie vom 12.6.1942 bis 1.8.1944. Im Frühjahr 1944 beschloss sie dieses nach Kriegsende zu veröffentlichen. In ihrem Tagebuch berichtet Anne von ihrem Leben vor und während dem Untertauchen. Der erste Eintrag im Tagebuch ist vom 12.6.1942:

„Ich werde, hoffe ich, dir alles anvertrauen können, wie ich es noch bei niemandem gekonnt habe, und ich hoffe, du wirst mir eine große Stütze sein.“

Der letzte Satz aus dem letzten Brief, der vom 1.8.1944 ist, lautet:

„Das halte ich nicht aus, wenn so auf mich aufgepasst wird, dann werde ich erst schnippisch, dann traurig, und schließlich drehe ich mein Herz wieder um, drehe das Schlechte nach außen, das Gute nach innen und suche dauernd nach einem Mittel, um so zu werden, wie ich gern sein würde und wie ich sein könnte, wenn … wenn keine anderen Menschen auf der Welt leben würden.“

Dort endet das Tagebuch. Veröffentlicht wurde es von Annes Vater Otto, der als einziger lebend aus dem Konzentrationslager befreit werden konnte. Anne Frank wurde im Konzentrationslager Bergen- Belsen im Februar oder März 1945, im Alter von nur 15 Jahren, ermordet.

Anne Frank heute: Auch heutzutage noch wird Anne Franks Tagebuch vielfach gelesen. Jugendliche interessieren sich nicht nur für ihre Geschichte, weil sie es wegen des Unterrichts in der Schule müssen, sondern beschäftigen sich auch in ihrer Freizeit immer mehr damit, auch weil das Tagebuch von einem Mädchen geschrieben wurde, das genauso alt ist wie die Schüler und sie sich so noch besser in die Situation hineinversetzen können. Vor allem aber ist im Moment die Flüchtlingsproblematik aktuell und man erfährt im Tagebuch von Anne Frank hautnah das Leben einer Geflüchteten und Untergetauchten. Dies interessiert viele, da das Tagebuch und die Geschichte dahinter vielen Jugendlichen hilft, sich auch besser mit der heutigen Situation vertraut zu machen und sie auch aus der Perspektive eines Flüchtlings zu verstehen.